Logistikstandort Bremen

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Damals

Die Weser ist die Lebensader Bremens - und die Verbindung zum sechzig Kilometer flussabwärts gelegenen Bremerhaven. Das kleinste der sechzehn deutschen Bundesländer ist zugleich das einzige, das nicht über ein zusammenhängendes Staatsgebiet verfügt - und darüber hinaus auch das mit dem zweitgrößten deutschen und viertgrößten europäischen Universalhafen. Allein diese kurze Zusammenstellung macht deutlich, welche Bedeutung die Weser für den Standort hat: Sie öffnet Bremen den Zugang zum Meer und damit zum weltweiten Handel, und sie ist letztlich der Grund dafür, dass es das Bundesland in seiner heutigen Form überhaupt gibt. Denn ohne Seehäfen hätte es Nachkriegsbürgermeister Wilhelm Kaisen kaum gelingen können, die amerikanische und britische Militärregierung von der 1947 proklamierten Eigenständigkeit des Zwei-Städte-Staats zu überzeugen. Immerhin war damals eines seiner stärksten Argumente, dass Bremen eine überregionale Bedeutung und eine Sonderaufgabe für den gesamnten deutschen Staat habe, da ein funktionierender Überseehandel ohne den Standort an der Weser nicht denkbar sei ...

Heute

Der Außenhandel hat für Bremen seit jeher eine besondere Bedeutung. Auch wenn der Schwerpunkt des Warenumschlags in der Hafengruppe Bremen/Bremerhaven inzwischen in Bremerhaven liegt, hat Bremen daran durch das stadtbremische Überseehafengebiet Bremerhaven noch Anteil. Die Palette der verschiedenen Handelsgüter, die hier im- und exportiert werden, erstreckt sich von Fisch-, Fleisch- und Molkereiprodukten über traditionelle Rohstoffe wie die an der Bremer Baumwollbörse gehandelte Baumwolle, Tee, Reis und Tabak bis hin zu Wein und Zitrusfrüchten. Während der Hafenumschlag von der halbstaatlichen BLG Logistics Group vorgenommen wird, sind in den Kontoren Großhändler wie C. Melchers, Otto Stadtlander und Atlanta zu finden.

Bremen ist ein wichtiger Standort der Automobil-, Schiffbau-, Stahl-, Elektronik- und Nahrungsmittelindustrie. Das Unternehmen Daimler AG ist der größte private Arbeitgeber der Stadt und fertigt in seinem Mercedes-Benz-Werk im Stadtteil Sebaldsbrück, das bis 1963 der Borgward GmbH gehörte, unter anderem die Automodelle der C-Klasse, das T-Modell und den Roadster SL. Darüber hinaus haben sich zahlreiche Zulieferunternehmen in unmittelbarer Nähe angesiedelt. Das größte von ihnen ist die Hella Fahrzeugkomponenten GmbH aus der Hella-Gruppe. Außerdem befindet sich in Sebaldsbrück ein großes Bahnwerk der Deutschen Bahn.

Schiffbau- und Stahlindustrie haben in den vergangenen Jahrzehnten einen Strukturwandel durchgemacht. Viele Unternehmen, darunter die beiden großen Werften AG Weser und Bremer Vulkan, haben ihn nicht überlebt; die Stahlwerke Bremen wurden von Arcelor (seit 2006: ArcelorMittal) übernommen. Die Luft- und Raumfahrtindustrie hingegen hat sich mit gewandelt und prägt heute Bremen als Dienstleistungs- und High-Tech-Standort. So entwickelte sich an der Universität in den letzten Jahren einer der größten deutschen Technologieparks, der Technologiepark Bremen, in dem aktuell rund 7.500 überwiegend hochqualifizierte Menschen Beschäftigung finden.

Die Überseestadt in Bremen ist seit 2009 ein Ortsteil des Stadtteils Walle. Zugleich ist Überseestadt der Name für ein in der Umsetzung befindliches Stadtentwicklungsvorhaben der alten Hafengebiete in Bremen im Sinne der Gestaltung einer modernen Waterfront. Das Vorhaben sieht eine langfristige Entwicklung des alten Hafengebietes zu einem attraktiven Standort für möglichst wertschöpfungsintensive unternehmerische Aktivitäten vor. Dabei geht es um Bestandsentwicklung im gleichen Maße wie um die Ansiedlung neuer Dienstleistungen, Gewerbe und Wohnraum. Es ist aktuell mit rund 300 Hektar eines der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekte in Europa. Das Projekt stellt von der Fläche und der vorgesehenen Investitionssumme her auch im europäischen Rahmen eine Besonderheit dar, die es mit den Londoner Docklands und der Hamburger HafenCity vergleichbar macht.

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Thomas Zink

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