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Unternehmen eines DAV Absolventen gewinnt Deutschen Mobilitätspreis 2018

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Container Love – Mehr Dreher im Im- und Export!

 

Es funktioniert ähnlich wie eine Partnerbörse im Internet, allerdings geht es nicht um Liebe, sondern um die Vermittlung leerer Container zur direkten Wiederverwendung. Das im Mai online gegangene Portal www.visimatch.com verkettet verfügbares Leerequipment aus dem Import mit neuen Exportbuchungen und sorgt für umwelt- und kostenschonende Lösungen im Intermodalbereich.

Jan Lüersen, der 2004 seinen Abschluss als Verkehrsbetriebswirt an der DAV machte, ist einer der Gründer des Unternehmens. Zusammen mit seinen Kollegen Ralf Niemeier und Hendrik Tesche entwickelte die in Rheinland-Pfalz ansässige Firma eine Vermittlungsplattform für Container, die verfrachtet werden.

 

Doch wie funktioniert dieses Portal? „Wir vereinen Anbieter von verfügbaren Leercontainern und Nachfragern, die einen Seecontainer benötigen“, sagt Lüersen und erklärt „Seefrachtspeditionen, Reedereien, Bahnoperateure, Trucker, Binnenschiffer und auch Depotbetreiber sind in der Lage, sich quasi über Nacht zu vernetzen und ihren Bestand gezielt untereinander zu poolen, oder auch nur die Importabteilung mit der Exportabteilung oder Geschäftsstellen untereinander oder auch horizontal mit anderen Partnerunternehmen.“

Per www.visimatch.com kann die Exportabteilung im Portal nach einem passenden Container aus dem Import suchen und finden, um diesen direkt wieder zu verwenden. Passend bedeutet, es muss der Containertyp, von der passenden Reederei, im Zeitfenster und innerhalb eines km-Radius um die Exportbeladestelle sein. Falls mal kein Container im Portal gefunden wird, kann der Nachfrager einen Suchauftrag anlegen und wird proaktiv vom Portal informiert, sobald ein neuer Container hochgeladen wurde, der den Suchkriterien entspricht.

> Hier zum Erklärvideo auf YouTube!

 

Die Idee zu der Vermittlungslösung entstand aus dem Umstand, dass bislang Leermeldungen aus dem Import dezentral in Emailverteilern versendet wurden, um so einen Folgeauftrag für den Export zu erhalten – viel Arbeit für den jeweiligen Disponenten. Nun kann ein Anbieter zentral seinen leeren Container mit allen nötigen Infos zu Reederei, Geoposition, Größe, Nummer etc. hochladen und bei Nachfrage entscheiden, ob er mit dem Suchenden zusammenarbeiten will, einen Preis anbieten und so in Kontakt kommen – was mitunter neue Geschäftsbeziehungen etabliert. An das Portal wird nur bei Erfolg nach einer zustande gekommenen Vermittlung eine Pauschale entrichtet.

Der reduzierte Leerstand und Leertransport spart Kosten und Ressourcen – ein Fakt, den auch das Gremium rund um das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2018 würdigte. Aus 250 Bewerbern gehört VisiTrans in diesem Jahr zu den zehn Preisträgern und erhält Unterstützung bei Publicity und Marketing.

 

Für die Zukunft sind noch weitere Features geplant, um möglichst vielen involvierten Parteien aus der Logistikwelt die Nutzung zu ermöglichen. Jan Lüersen berichtet: „Mit den Top20 gerankten Logistikdienstleistern mit Sitz in Deutschland sind wir in engem Kontakt und einige haben bereits ihre Abteilungen in DE und Geschäftsstellen miteinander vernetzt, visualisieren ihr Equipment mit komplementären Unternehmen und steigern bereits ihre interne Dreherquote. Das Portal ist multilingual und für global operierende Logistikkonzerne weltweit einsetzbar.“

In naher Zukunft werden auch zusätzliche Equipmenttypen berücksichtigt, wie Wechselbrücken, Sattelauflieger, Planenauflieger, Chassis, etc. Kurzum, jegliche Ladungsträger, die nach der Entladung für Beladungen wieder zu Verfügung stehen.

 

Das Feedback in der Fachwelt ist eindeutig positiv. Nicht ohne Stolz erzählt Lüersen „Auch das Verkehrsministerium in Niedersachsen fand unser Portal so spannend, dass sie uns direkt zum halbstündigen Vortrag auf dem trans4log Kongress eingeladen haben.“ Und erste teilnehmende Unternehmen, die die Optimierung nutzen, erkennen den Praxisvorteil mit einem Vergleich: "Im Kern ist die direkte Containerdrehung digital abgebildet, gepaart mit ein bisschen Facebook und Partnerbörse, da jeder selbst entscheidet, wer sich mit wem vernetzt und wer welchen Bestand sehen darf ".

 

Mehr Informationen unter www.visimatch.com

Kontakt: jan.lueersen@visitrans.de

 

Text: Jessica Renziehausen

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