Projektarbeit: Grüne Logistik setzt sich noch nicht durch

Das berufsbegleitende Studium an der DAV Bremen verbindet Praxis im Beruf mit einer hochwertigen wissenschaftlichen Ausbildung. Zwei Studentinnen haben in ihrer Projektarbeit nachhaltige Geschäftsprozesse untersucht.

Während viele Unternehmen in der Produktion stark auf Nachhaltigkeit achten, stellen sie an den Transport kaum „grüne Anforderungen“ – das ist ein Ergebnis der Projektarbeit von Svenja Wolf und Ann-Katrin Albers, Teilnehmerinnen des berufsbegleitenden Studiengangs Internationales Logistikmanagement an der DAV in Bremen. Sie haben untersucht, wie sich steigende Anforderungen auf nachhaltige Geschäftsprozesse von Logistikdienstleistern auswirken. „Dass Nachhaltigkeit beim Transport bisher noch keine Rolle spielt, sondern bei der Auftragsvergabe in der Regel der reine Preis entscheidet, hat uns überrascht“, berichtet Svenja Wolf. „Wir hatten erwartet, dass das Thema schon stärker in der Praxis angekommen ist.“

Logistiker und Industrie befragt

Rund ein halbes Jahr haben die jungen Frauen nach dem Start im Mai 2020 gemeinsam an der Projektarbeit geschrieben. Das Thema können die Studierenden der DAV in Absprache mit ihren Dozentinnen und Dozenten frei wählen. Dabei können sie auch auf Forschungsfragen zurückgreifen, mit denen Unternehmen an die DAV herantreten. Der Praxisbezug steht immer im Fokus: Untersucht werden aktuelle Anforderungen und Fragen aus dem Alltag in Transport und Logistik. „Die Corona-Pandemie hat es uns recht schwer gemacht, für unsere Befragung Unternehmen zu erreichen“, berichtet Ann-Katrin Albers. „Die hatten verständlicherweise andere Prioritäten. Wir haben daher entschieden, eine eher kurze Umfrage zu verfassen, und darauf gab es gute Resonanz: 85 Unternehmen haben daran teilgenommen, u. a. auch über den LinkedIn-Kanal der DAV.“ Sowohl Logistiker als auch Industrieunternehmen gaben größtenteils das Feedback, dass für sie in puncto Transport so gut wie ausschließlich der Preis entscheidet, erklärt Albers: „Sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst, diese Anforderung wird allerdings an anderer Stelle in der Supply Chain weitergegeben.“

Die Nähe zur Praxis motiviert. Beide Studentinnen arbeiten in Vollzeit in Unternehmen: Svenja Wolf als Sachbearbeiterin bei LCL Gateway Hellmann Worldwide Logistics, Ann-Katrin Albers als Seefracht-Importkoordinatorin bei Kühne + Nagel. Sie haben zuvor jeweils eine Ausbildung absolviert und wollten sich an der DAV weiterbilden. Svenja Wolf ist dafür von Hamburg nach Bremen gezogen: „Ich hatte gehört, dass für ein Studium hier die DAV die erste Wahl ist.“ Drei Jahre lang berufsbegleitend zu lernen, ist durchaus eine Herausforderung, das wöchentliche Pensum ist hoch: Jeweils dienstags und donnerstags stehen vier Stunden und samstags acht Stunden Seminare auf dem Plan – plus Hausaufgaben, Hausarbeiten und die Vorbereitung auf Klausuren. Doch die Nähe zur Praxis durch das duale Modell motiviert: „Das Studium mit der Praxis zu verbinden, ist für mich perfekt. Ich glaube, ich könnte gar nicht ,nur‘ studieren“, erklärt Wolf. „Zudem ist man durch das Gehalt im Job finanziell abgesichert.“ (Quelle: BVL Magazin, Ausgabe 01/2021.)

Das berufsbegleitende Studium beginnt an der DAV jedes Jahr zum Sommersemester im April. Mehr zu den aktuellen Projektarbeiten hier.