2030: die Zukunft der Arbeit

Julie Linn Teigland, Managing Partner von Ernst & Young, erklärt, wie sich Industrie 4.0 auf Jobs auswirkt - und wie wir damit umgehen sollten.

Wirtschaft und Gesellschaft werden sich durch die digitale Transformation der Industrie und die damit verbundenen technologischen Optionen dramatisch verändern - darüber herrscht Einigkeit. Die möglichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt werden jedoch kontrovers diskutiert. Klar ist, dass Aufgaben automatisiert und Arbeitsplätze verloren gehen werden. Klar ist aber auch, dass andererseits neue Aufgaben und neue Arbeitsplätze entstehen - insbesondere solche, bei denen Kreativität und Innovation gefragt sind. Wie schnell sich jedoch die Veränderungen vollziehen und wie weitreichend sie sein werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen.

Arbeitnehmer durch die Transformation begleiten

Die Studie zur Arbeitswelt 2030 von Ernst & Young zeigt, dass Arbeitnehmer künftig über völlig neue Fähigkeiten verfügen müssen und dass Kompetenzen wie Empathie, Kreativität, vernetztes Denken und Inspirationsfähigkeit hierfür substanziell sind. Daher sollten Unternehmen schon jetzt entsprechende Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen umsetzen. Wir haben jetzt die Chance und die Verpflichtung, unseren Mitarbeitern ein ehrliches und positives Bild von den bevorstehenden Veränderungen zu vermitteln und sie durch den Transformationsprozess zu begleiten.

Viele Veränderungen sind bereits heute sichtbar. So muss z. B. die physische Fläche, die uns zum Arbeiten zur Verfügung  steht, anders aussehen, da flexibles Arbeiten immer stärker akzeptiert wird und moderne Technologien  unseren Alltag erobert haben. Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen stellen zudem in puncto digitales Erlebnis Service bereits heute dieselben Anforderungen an ihren Arbeitgeber wie an Unternehmen, deren Kunde sie sind.

Der Begriff des Arbeitnehmers verändert sich: Heute gibt es Vollzeitmitarbeiter, projektbasierte Mitarbeiter, Remote-Mitarbeiter und Roboter. Die neue Generation von Führungskräften muss über Innovationskraft verfügen, Teamarbeit fördern und digitale Kompetenzen besitzen.

(...) Viele Wege führen in die Zukunft der Arbeit. Für Arbeitnehmer/innen, öffentliche und private Organisationen sowie die Gesellschaft gilt es zu verstehen, dass Rechtsunsicherheiten die Einführung neuer digitaler Werkzeuge verzögern und deren Kosten erhöhen können. Dass Arbeitnehmer/innen ihre Einstellung und Beziehung zur Arbeit neu definieren, sich kontinuierlich weiterbilden und lebenslang neugierig bleiben sollten. Und dass die Gesellschaft den Wandel der Arbeitswelt unterstützen und einen konstruktiven Austausch über mögliche Mehrwerte künstlicher Intelligenz (KI) fördern muss. (Quelle: BVL Magazin, 04/2018.)

Das könnte dich auch interessieren

190322-47 – Kopie

Resilienz und Lernfähigkeit sind "Future Hot Skills"!

erdem

"Digitale Transformation ist unternehmerische Führungsaufgabe!"